Geschichte

Der Ortsname „Owen“ (gesprochen ‚Auen‘) mit der Bedeutung „Siedlung in der Flussaue“ ist nicht ungewöhnlich. Allerdings haben nur wenige Orte die altertümliche Schreibweise bewahrt, die auf die mittelhochdeutsche Form „ouwe“ zurückgeht.
Das Städtchen liegt am Fuße der Teck, im Tal der Kirchheimer Lauter. Aufgrund der bisherigen Bodenfunde geht seine Gründung auf die römisch-alemannische Zeit zurück.

Die erste sichere Erwähnung des Ortsnamens Owen (unter Teck) findet sich in einer Urkunde, die 1261 von dem in Owen sesshaften Niederadligen Bertold mit dem Beinamen „Übelritter“ auf Burg Teck ausgestellt und von seinem Dienstherrn, dem Herzog Ludwig von Teck, mit dessen Siegel bekräftigt wurde. Nicht nur durch den Ausstellungsort und das Siegel des Teckherzogs ist diese Identifizierung sicher, sondern auch deshalb, weil es in der Urkunde um den Verkauf eines etwa 2,3 ha großen Wäldchens im unweit entfernten Köngen geht. Neuer Besitzer des Wäldchens bei Köngen war seit 1261 das Kloster Salem am Bodensee. Hier wurde auch seitdem die Urkunde aufbewahrt.

Der älteste Teil der Siedlung, die sogenannte Vorstadt, liegt außerhalb des ummauerten Städtchens. Dort befindet sich auch die Marienkirche, eines der ältesten und schönsten Bauwerke in der Region. Sie stammt aus der Blütezeit der Gotik und weist für die schwäbische Gotik des 15. Jahrhunderts jene bezeichnende Übergangsform von der Basilika zur Hallenkirche auf. In ihrem Chor ist die Grablege der Herzöge von Teck und die Grabplatten der örtlichen Edelfamilien zu sehen.

Im 13. und 14. Jahrhundert erlebte Owen seine Blütezeit. Die mittelalterliche Geschichte Owens wurde geprägt von den Herzögen von Teck, die damals zu den glänzendsten Geschlechtern des Hochmittelalters gehörten, und ihren Edelleuten. Owen war eine selbständige Stadt mit einem adeligen Amtmann, eigenem Blutbann-, Zoll- und Marktrecht.
Durch Kauf ging Owen samt der Teck an die württembergische Herrschaft. Die Burg Teck wurde im Bauernkrieg 1525 niedergebrannt.

Haupterwerbszweige der Bürgerschaft in Owen waren in früheren Zeiten Weinbau und ausgedehnter Weidebetrieb für Schafe und Rinder.

Großes Elend erlebte die Stadt im 30jährigen Krieg. In den letzten Tagen des 2. Weltkrieges, am 20. und 21. April 1945, wurden durch feindliche Fliegerbomben 53 Häuser zerstört.
Nach der Währungsreform 1948 entwickelten sich neben dem Wiederaufbau der kriegszerstörten Gebäude im alten Ortskern neue, moderne Wohnsiedlungen, besonders im östlichen Teil des Ortsbaugebietes. Industrielle Betriebe wurden vergrößert und neue angesiedelt.

Auch von Fremden wird unser Städtchen gerne besucht, denn malerisch liegt es am Fuße der Schwäbischen Alb, mit Wiesen, Äckern, Obsthängen und herrlichen Wäldern. Viele Besucher kennen Owen durch die Burg Teck.

Mehr über die Geschichte unserer Stadt erhalten Sie beim Verein Alt-Owen Förderkreis e.V.

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